Rafael S.
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ILEK Chicago Exkursion - Tag 9
Der letzte offizielle Tag der Exkursion diente hauptsächlich dazu, die bis dahin noch nicht erkundeten Gebäude zu besichtigen. Da am Nachmittag ein Besuch des Büros von Helmut Jahn auf der Agenda stand, hörten wir vor den jeweiligen Bauten die Referate zu dem James R. Thompson Center, dem Citigroup Center und dem Xerox Center. Das Thomposon Center gilt als eines der umstrittensten Bauten in Chicago's Bevölkerung und hat auch unter den Studierenden gemischte Gefühle hervorgerufen. Die Form und die Farbe sind schon sehr ungewöhnlich auch wenn das enorm großräumige und sehr hohe Atrium einen besonderen Eindruck hinterlässt. Neben diesen Bauten der Postmoderne wurden unter anderem noch das Sullivan Center, die Marina City, das IBM Building und das Carbide and Carbon mit seiner vergoldeten Spitze Zwischenziele unserer morgendlichen Runde. Leider spielte ausgerechnet am letzten Tag das Wetter nicht mehr so gut mit, sodass wir ziemlich durchnässt waren, als wir uns um zum Bürotermin bei Helmut Jahn einfanden. Da die gesamte Exkursion aber von durchwegs gutem Wetter profitieren konnte, ließ sich dieser eine Regentag verkraften. Bei Helmut Jahn erhielten wir einen Überblick über sämtliche Bauten und Bauvorhaben des 50 Mann großen Büros. Die Anzahl der Mitarbeiter erscheint relativ wenig, wenn man bedenkt welche großen Projekte dort realisiert werden. Als besonderen Abschluss führte uns der Jahn-Mitarbeiter auf die ausgebaute Spitze des 35 East Wacker Drive Gebäudes, welche bereits Al Capone als Partyraum diente und uns nun zum Abschluss einer gelungenen Exkursion ein weiteres Mal eine 360° Aussicht auf Chicago bot. Der Rest des Abends klang bei einem gemeinsamen Barbesuch aus und wurde ansonsten noch mit Packen für den Abflug am nächsten Tag verbracht. Wir möchten uns bei allen Unterstützern unserer Exkursion, darunter natürlich auch dem Bauforum Stahl herzlich bedanken, erst durch Ihre finanzielle Hilfe wurde es möglich den Studierenden ein umfassendes und spannendes Programm zu bieten.

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

Umgestaltung des Hanns-Hartmann-Platzes mit Neubau des WDR-Pavillons in Köln

Bericht von Prof. Ulrich Coersmeier | Büro Prof. Ulrich Coersmeier GmbH :

Ein neues Stück Stadtarchitektur für Köln
Köln hat viele Plätze, viele allerdings fehlgenutzt oder fehlgestaltet, viele rechtfertigen  also diese Bezeichnung kaum. So dümpelte auch lange Zeit der „Hans-Hartmann-Platz“ als unbelebte städtische Raum-Aufweitung neben der quirligen Fußgängerzone, der Breitestraße, dahin.

Aus dem ehemaligen Nebeneinander von Fußgängerzone und einer kaum wahr genommenen Vorfläche des westlichsten WDR-Gebäudes wird mit der Umgestaltung ein städtisches Ganzes:  Die Breitestraße weitet sich zum aktiven Platz auf, dem hektischen Einkaufsgeschehen wird ein Ort des Aufenthalts zugefügt.

© Constantin Meyer


Drei Elemente charakterisieren den neuen Hanns-Hartmann-Platz:

  • das Zusammenfügen der Oberflächen-Struktur mit der der Breitestraße
    (ein Ganzes),
  • die große Wasserfläche, die Distanz zu den ebenerdigen WDR-Büroflächen schafft, dem Platzraum aber auch einen beruhigenden Übergang zum
    Gebäude gibt,
  • und vor allem an den Kopfseite das gastronomische Angebot des WDR-Pavillons, der die Aktivierung des Platzes sichert.

WDR Pavillon Köln
Zeichnungen

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© Coersmeier


Der gläserne WDR-Pavillon markiert den westlichen Übergang zum „Berlich“, allerdings ohne den Platz durch ein introvertiertes Gebäude zu besetzen. Lediglich ein gering dimensionierter Sichtbeton-Kubus nimmt die dienenden Funktionen (Sanitär/Technik) auf, alles andere ist gläsern transparent. Man sitzt (auch innen) a u f dem Platz - der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist also g a n z j ä h r i g gegeben.

Nicht nur die reduzierten Architektur-Elemente (Betonkubus / Metalldach / filigrane Gebäudehaut) nehmen dem Pavillon die Schwere, sondern auch die Tageslicht-Führung durch das Dach am Beton-Kubus ins Innere. Dieses lässt das Auge von außen ins Helle sehen, der Raum erscheint trotz des großen Dachüberstandes nie dunkel. Abends wird in diesem Lichtgraben der Beton-Kubus innen mit farbigem Licht angestrahlt, das wiederum auch oben nach außen dringt und schon von weitem den Pavillon erscheinen lässt.


„pure“, das Restaurant übernimmt die gestalterische Ambition des Pavillons mit seiner minimalistischen Einrichtung aus schwarzem Mobiliar mit dünnen Naturholz-Tischen.

Um den Kern herum wird gesessen, teils in zweiter Ebene auch an Hochtischen, um das Geschehen draußen im Blick zu haben. Selbst den zum Kern hin orientierten Plätzen wird über in den Beton eingelassenen Spiegel-„Fenster“ Ausblick gewährt.

Um die Intimität im Inneren zu sichern, ist trotz der schallharten Glaswände durch eine in das Flugdach integrierte Absorptionsdecke aus filigranen Holz-Stäben, im Raster der Stahlkonstruktion, eingefügt und beruhigt die Akustik im Inneren.

Die beabsichtigte Transparenz zu erreichen, erforderte also filigrane Strukturen. Die weit ausladende Dachkonstruktion wurde dadurch erreicht, dass die sich verjüngende Stahlträger-Konstruktion ihr Haupt- Auflager am zentralen Kubus haben und in der Fassadenebene (Zweidrittelspunkt) von dünnen Rundstützen bzw. einem filigranem Stahlfachwerk über der Falt-Türanlage unterstützt  werden.


Die horizontalisierenden Profile der Fassaden-Verglasungs-Gliederung sind an den wenigen Stahlstützen unsichtbar befestigt und hängen zudem an fingerdicken Seilen von der Stahl-Primär-Konstruktion ab.

Fazit
Der Hans-Hartmann-Platz ist belebt, aber nicht besetzt, dank der Leichtigkeit der Konstruktion.

Aktuelle Projekte | Projektarchiv

Architektur
Büro Prof. Ulrich Coersmeier GmbH

Projektleiter: Dipl. Ing. Dirk Wirwahn Architekt
www.coersmeier.com

Statik / Bauphysik
Wörzberger Ingenieure Gesellschaft mbh
WIG – Tragwerksplanung im Bauwesen
www.woerzberger.de

Bauherr
WDR Gebäudemanagement GmbH

Bauzeit
06/2011 – 12/2011

Adresse
Breite Straße 92-98, 50667 Köln
Hanns-Hartmann-Platz

Betreiber
Pure Gastronomie GmbH

BGF (a) 140 m2
Nutzfläche 106 m2
BRI (a): 710 m3
Platzfläche: 731 m2
Wasserbecken: 205 m2

Foto Seitenkopf (Ausschnitt)
© Constantin Meyer, Köln