Ramona S.
Begeisterungs-Lieferantin
Stahlbau Verlag Shop

ILEK Chicago Exkursion – Tag 7
Am 7. Tag unserer Exkursion haben wir uns im Millennium Park, getroffen. Der Park, der ursprünglich als Rangierbahnhof genutzt wurde, ist heutzutage vor allem bekannt durch den Jay Pritzker Musikpavillon von Frank Gehry und die "Bohne", eine auf hochglanzpolierte Edelstahlskulptur des britischen Künstlers Anish Kapoor, die den offiziellen Namen "Cloud Gate" trägt. Nach der Besichtigung des Parks und eine kurzen Mittagspause haben wir uns dann auf den langen Weg zur Northwestern University gemacht. Die Universität ist wie unsere Universität in Stuttgart in zwei Teile gespalten. Ein Teil befindet sich in der Innenstadt in der Nähe des Chicago River und ein Teil nördlich von Chicago im Vorort Evanston, zu dem wir unterwegs waren. Wir waren an diesem Tag zu einem Symposium eingeladen, bei dem neben unseren Betreuern vom ILEK auch Eric Keune von SOM, Thomas Mozina von Perkins + Will, Tom Jacobs von Krueck + Sexton und Laurence Booth von Booth Hansen Vorträge über Chicagos Hochhäuser, Innovationen im Leicht- und/oder Hochhausbau und diverse andere Themen hielten. Nach dem Symposium durften wir an einem Dinner im Cohen Commons Saal der Universität teilnehmen und hatten die Möglichkeit uns mit den verschiedenen anwesenden Professoren der NWU und den Architekten auszutauschen. Nach diesem sehr herzlichen Abend hat sich ein Teil der Gruppe entschlossen noch auf einen Absacker die Signature Lounge (eine Skybar im 96. Stock des John Hancock Center) zu besuchen, von wo aus man einen atemberaubenden Blick über das nächtliche Chicago und auf den Lake Michigan hatte.  

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

Umgestaltung des Hanns-Hartmann-Platzes mit Neubau des WDR-Pavillons in Köln

Bericht von Prof. Ulrich Coersmeier | Büro Prof. Ulrich Coersmeier GmbH :

Ein neues Stück Stadtarchitektur für Köln
Köln hat viele Plätze, viele allerdings fehlgenutzt oder fehlgestaltet, viele rechtfertigen  also diese Bezeichnung kaum. So dümpelte auch lange Zeit der „Hans-Hartmann-Platz“ als unbelebte städtische Raum-Aufweitung neben der quirligen Fußgängerzone, der Breitestraße, dahin.

Aus dem ehemaligen Nebeneinander von Fußgängerzone und einer kaum wahr genommenen Vorfläche des westlichsten WDR-Gebäudes wird mit der Umgestaltung ein städtisches Ganzes:  Die Breitestraße weitet sich zum aktiven Platz auf, dem hektischen Einkaufsgeschehen wird ein Ort des Aufenthalts zugefügt.

© Constantin Meyer


Drei Elemente charakterisieren den neuen Hanns-Hartmann-Platz:

  • das Zusammenfügen der Oberflächen-Struktur mit der der Breitestraße
    (ein Ganzes),
  • die große Wasserfläche, die Distanz zu den ebenerdigen WDR-Büroflächen schafft, dem Platzraum aber auch einen beruhigenden Übergang zum
    Gebäude gibt,
  • und vor allem an den Kopfseite das gastronomische Angebot des WDR-Pavillons, der die Aktivierung des Platzes sichert.

WDR Pavillon Köln
Zeichnungen

zur Bildgalerie

© Coersmeier


Der gläserne WDR-Pavillon markiert den westlichen Übergang zum „Berlich“, allerdings ohne den Platz durch ein introvertiertes Gebäude zu besetzen. Lediglich ein gering dimensionierter Sichtbeton-Kubus nimmt die dienenden Funktionen (Sanitär/Technik) auf, alles andere ist gläsern transparent. Man sitzt (auch innen) a u f dem Platz - der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist also g a n z j ä h r i g gegeben.

Nicht nur die reduzierten Architektur-Elemente (Betonkubus / Metalldach / filigrane Gebäudehaut) nehmen dem Pavillon die Schwere, sondern auch die Tageslicht-Führung durch das Dach am Beton-Kubus ins Innere. Dieses lässt das Auge von außen ins Helle sehen, der Raum erscheint trotz des großen Dachüberstandes nie dunkel. Abends wird in diesem Lichtgraben der Beton-Kubus innen mit farbigem Licht angestrahlt, das wiederum auch oben nach außen dringt und schon von weitem den Pavillon erscheinen lässt.


„pure“, das Restaurant übernimmt die gestalterische Ambition des Pavillons mit seiner minimalistischen Einrichtung aus schwarzem Mobiliar mit dünnen Naturholz-Tischen.

Um den Kern herum wird gesessen, teils in zweiter Ebene auch an Hochtischen, um das Geschehen draußen im Blick zu haben. Selbst den zum Kern hin orientierten Plätzen wird über in den Beton eingelassenen Spiegel-„Fenster“ Ausblick gewährt.

Um die Intimität im Inneren zu sichern, ist trotz der schallharten Glaswände durch eine in das Flugdach integrierte Absorptionsdecke aus filigranen Holz-Stäben, im Raster der Stahlkonstruktion, eingefügt und beruhigt die Akustik im Inneren.

Die beabsichtigte Transparenz zu erreichen, erforderte also filigrane Strukturen. Die weit ausladende Dachkonstruktion wurde dadurch erreicht, dass die sich verjüngende Stahlträger-Konstruktion ihr Haupt- Auflager am zentralen Kubus haben und in der Fassadenebene (Zweidrittelspunkt) von dünnen Rundstützen bzw. einem filigranem Stahlfachwerk über der Falt-Türanlage unterstützt  werden.


Die horizontalisierenden Profile der Fassaden-Verglasungs-Gliederung sind an den wenigen Stahlstützen unsichtbar befestigt und hängen zudem an fingerdicken Seilen von der Stahl-Primär-Konstruktion ab.

Fazit
Der Hans-Hartmann-Platz ist belebt, aber nicht besetzt, dank der Leichtigkeit der Konstruktion.

Aktuelle Projekte | Projektarchiv

Architektur
Büro Prof. Ulrich Coersmeier GmbH

Projektleiter: Dipl. Ing. Dirk Wirwahn Architekt
www.coersmeier.com

Statik / Bauphysik
Wörzberger Ingenieure Gesellschaft mbh
WIG – Tragwerksplanung im Bauwesen
www.woerzberger.de

Bauherr
WDR Gebäudemanagement GmbH

Bauzeit
06/2011 – 12/2011

Adresse
Breite Straße 92-98, 50667 Köln
Hanns-Hartmann-Platz

Betreiber
Pure Gastronomie GmbH

BGF (a) 140 m2
Nutzfläche 106 m2
BRI (a): 710 m3
Platzfläche: 731 m2
Wasserbecken: 205 m2

Foto Seitenkopf (Ausschnitt)
© Constantin Meyer, Köln