Dr. Bernhard Hauke
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ILEK Chicago Exkursion - Hochhausentwürfe
Die Eindrücke, die die Studierenden auf der Reise gesammelt haben und die daraus enstandenen Hochhausentwürfe findet ihr zusammengefasst in dem PDF anbei. Wir freuen uns über jede Einreichung aus den Arbeiten sowie über Einreichungen anderer Studierender zu unserem nächsten Förderpreis. 20170628_reader_ILEK_final  

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Sanierung des denkmalgeschützten ehem. US Generalkonsulat - Düsseldorf

Pressemitteilung von msm meyer schmitz-morkramer:

Denkmalgeschütztes US Generalkonsulat Düsseldorf:
Sensible Transformation einer Architektur-Ikone in ein modernes Bürogebäude von msm meyer schmitz-morkramer
Es ist nicht irgendein Gebäude, dessen Sanierung msm meyer schmitz-morkramer gerade abgeschlossen hat. Es handelt sich um das ehemalige US Generalkonsulat in Düsseldorf, das nach den Plänen des legendären Büros SOM, Skidmore, Owings & Merrill aus den USA, gebaut wurde. Die Architektur des Gebäudes ist typisch für die 50er Jahre, filigran und aufgeständert. In dieser Gestaltung hatte SOM insgesamt vier US-Konsulate in Deutschland in den 1950er Jahren gebaut.

Typisch für die 50er Jahre zeigt sich die Architektur: ein streng tektonischer Aufbau in Stahlskelettbauweise, der durch viel Glas Transparenz und Leichtigkeit erzeugt.

© H.G.Esch

 

Nachdem das amerikanische Generalkonsulat  ausgezogen war, wurde das Gebäude 1990 unter Denkmalschutz gestellt und als Vermietungsobjekt genutzt. Architekt Christoph Ingenhoven zog mit seinem Büro vorübergehend ein; später eine Rechtsanwaltskanzlei, zuletzt nutzte die Igedo Company das Gebäude sporadisch für Modeevents. Modernisiert wurde das Haus in diesen Jahren mehrfach, grundlegend saniert und energetisch ertüchtigt jedoch nie. Im Jahr 2014 erwarb die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG das Denkmal. Die Gesellschaft beauftragte msm meyer schmitz-morkramer die Architekturikone in ein modernes Bürogebäude zu verwandeln und investierte 5,5 Millionen Euro in die Sanierung und Umgestaltung.

Würdevoller Umgang mit dem Denkmal
Das Gebäude trägt eine besondere Handschrift, denn es wurde unter dem damaligen SOM-Partner Gordon Bunshaft gebaut, Pritzker Preisträger und einer der wichtigsten Architekten der Moderne, dessen Hochhaus „Lever House“ in die Architekturgeschichte einging. „SOM ist bis heute eines der einflussreichsten Büros weltweit und hat hier in Zusammenarbeit mit dem deutschen Architekten Otto Apel etwas sehr Klares und Leichtes geschaffen. Ein typisches Gebäude für den modernen International Style“, erklärt Caspar Schmitz-Morkramer, geschäftsführender Gesellschafter von msm meyer schmitz-morkramer. Der Baukörper ist langgestreckt und zeigt sich in vier Etagen; geprägt durch seine Stahlskelettbauweise und Stahlfensterfassade mit Travertinbrüstungen. In der offenen Halle im Erdgeschoss wurde gestalterisch ein eingeschossiger, orthogonal dazu stehender Flachbau eingeschoben, die Eingangshalle außen und innen mit schwarzen Marmorplatten verkleidet.

„Dieses Projekt hat eine ganz besondere Bedeutung für uns. Nicht nur weil wir die Architektur von SOM und Otto Apel enorm schätzen. Es gibt eine persönliche Verbindung zu diesem Haus, denn Otto Apels Projektleiter war der Vater einer langjährigen Mitarbeiterin von uns“, erklärt Schmitz-Morkramer.

So ästhetisch die Architektur – den heutigen Standards in Sachen Energie und Sicherheit entsprach das Gebäude nicht mehr. Wie ließen sich nun die Auflagen des Denkmalschutzes mit den Bedürfnissen eines modernen Bürobetriebs vereinbaren? Und zugleich: wie ging man mit den Verbindungen des Gebäudes in den städtischen Raum um? Das waren die Ausgangsfragen, die das Architektenteam von msm meyer schmitz-morkramer beschäftigten.

Architektonisches Potential herausholen
„Der Bau hatte funktional große Probleme. Die Fensterfassade war nicht mehr dicht, viele Fenster ließen sich nicht öffnen. Im Gebäude war es zu laut. Es war nicht daran zu denken in dem Zustand moderne Büroarbeitsplätze für die nächsten 20 – 30 Jahre auszubilden“, erinnert sich Caspar Schmitz-Morkramer.

Auch der Denkmalschutz bedeutete eine große Herausforderung. Die Fassade sollte erhalten bleiben. „Wir mussten deutlich machen – und das war eine sehr komplexe Aufgabe – dass dies aus wirtschaftlichen und bauphysikalischen Gründen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Dass aber Elemente wie die Travertinbrüstungen durchaus wieder verwendet werden konnten.“

Sanierung des denkmalgeschützten ehem. US Generalkonsulat - Düsseldorf

 

Zeichnungen

 

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© Originalzeichnung:
SOM, Skidmore, Owings & Merrill

 

Die charakteristische Fassade wurde nach heutigen Standards fast 1:1 nachgebaut, historische Verkleidungen wieder eingesetzt. Die Ästhetik der 50er Jahre blieb somit erhalten. Ein weiterer Grund dafür war die sensible Ausarbeitung: die Fensterprofile etwa konnten so schlank gehalten werden wie sie ursprünglich waren. „Es ist beeindruckend, wie gut die neue Fassade funktioniert: Ist man in den oberen Etagen, hört man nichts von dem Fahrzeuglärm der viel befahrenen Cecilienallee. Der Schallschutz wurde optimal umgesetzt. Zugleich haben wir den außergewöhnlichen und für dieses SOM Gebäude typischen Modus der Fensterfront beibehalten können“, erklärt Schmitz-Morkramer.

Nicht unproblematisch war die Frage nach dem Brandschutz. Dazu fand man gute Kompromisse. Die Fluchtwege wurden so gelenkt, dass sie nicht in die Materie des Denkmals eingreifen. Dazu gehört Mut zu unkonventionellen Lösungen: die Entfluchtung zum Beispiel erfolgt durch die Sanitärräume der Damen, die direkt in das gläserne Originaltreppenhaus münden.

Interior: Elegant, pointierter Charme der 50er Jahre
Besonderes Augenmerk legte msm meyer schmitz-morkramer auch auf die Gestaltung des Interiors. „Innen hatte das Haus zahlreiche Umbauten vollzogen“, so Caspar Schmitz-Morkramer. „Vom Ursprung war nicht mehr viel zu sehen.“ Die Kölner Architekten wollten auf den Stil der Nachkriegsmoderne verweisen; nicht als Retrodesign, sondern in pointiert gestalterischen Zitaten.

Das Entrée, mit schwarzen Marmorwänden und Juraboden, ist wieder hergestellt. Neu der Frontdesk, der in Anthrazit gehalten ist.

© H.G.Esch

 

Im neuen Erdgeschoss der Treuhand AG finden Themen wie Tagung und Kommunikation statt. Entsprechend wurden funktional unterschiedliche gestaltete Zonen geschaffen. Das Entrée mit schwarzen Marmorwänden und Juraböden wurde wieder hergestellt. Ergänzt wird es durch einen Frontdesk, den msm meyer schmitz-morkramer in Anthrazit mit orangefarbener Akzentfuge und Lederauflage ausstatten ließ.

Zum flexiblen Tagen besitzen die Erdgeschoss-Räume Modulcharakter. Durch eine Trennwand lässt sich der große Konferenzraum in kürzester Zeit in zwei Räume aufteilen. Die Einbauten in Grauabstufungen versprühen Eleganz. Passende Farbakzentuierungen in kräftigem Gelb und Orange verweisen auf den Farbcode der 50er Jahre. Die Farbigkeit selbst ist durch den Einsatz verschiedener Grautöne der Böden und Möbel neutral gehalten. In den gesamten öffentlichen Bereichen wurden graue Sichtbetonfliesen eingesetzt. Die oberen Etagen beherbergen großzügige Flure und Büroräume, die mit weiteren Einbauten aus Nussbaum und einem grauen, akustisch wirksamen Teppich ausgestattet sind. Zusätzlich dämmen Wandverkleidungen den Schall und kreieren eine angenehme Atmosphäre.

Maßgefertigter Möbelkubus in Grautönen
Eine innenarchitektonische Sonderzone erschließt sich vom gläsernen Treppenhaus kommend in den einzelnen Etagen. Hier empfängt ein imposanter, offener Raum mit klarer, kubischer Struktur. Linoleum von Armstrong in Industrial Grey bildet die Basis. „Es ist die Kommunikations- und Servicezone, in der sich Mitarbeiter zu informellen Meetings treffen“, erklärt Schmitz-Morkramer. Um Wohlfühl-Atmosphäre mit pragmatischer Officefunktion sinnvoll zu kombinieren, entwarf msm meyer schmitz-morkramer ein großes, kubisches Möbel und setzte es in den Raum: Hohe Wände in Grautönen über Eck mit Nussbaumelementen integrieren eine mit Stoff bezogene Bank. Versteckt dahinter befindet sich ein eingepasster Schrank mit den von der Treuhand AG gewünschten Office-Funktionen.

„Das Projekt ist ein großer Teamerfolg. Das liegt an guter Kommunikation, intensiven Dialogen mit dem Denkmalschutz, aber vor allem an dem Bauherren, der sich engagiert hat und große Freude an Qualität besitzt“, resümiert Architekt Caspar Schmitz-Morkramer.

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Architekten
SOM, Skidmore, Owings & Merrill, USA

Architekten Sanierung
msm meyer schmitz-morkramer

Jahr der Fertigstellung (Sanierung)
2017

Bauherr
Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand Aktiengesellschaft

Tragwerksplaner
AWD Ingenieure

Fassadenplaner
DS-Plan Ingenieurgesellschaft für ganzheitliche Bauberatung mbH