Büro Süd
Stahlbaupreis für Berliner Olympiastadion
Für den Umbau des Berliner Olympiastadions erhalten gmp – von Gerkan Marg und Partner Architekten sowie Krebs und Kiefer – Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Berlin, gemeinsam den mit 10.000 EURO dotierten Preis des Deutschen Stahlbaues 2004. An dem Projekt mitgewirkt haben außerdem Schlaich, Bergermann und Partner, Stuttgart, insbesondere im Bereich der Membranverkleidung des Dachtragwerks und verschiedener Stahlgusselemente. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Synthese aus Alt und Neu. Der Preis wird alle zwei Jahre von BAUEN MIT STAHL e.V. verliehen, einer Gemeinschaftsorganisation der europäischen Stahlindustrie und des Deutschen Stahlbau-Verbandes DSTV. Er ist einer der ältesten Architekturpreise Deutschlands. Die offizielle Preisverleihung erfolgt im Rahmen der 100-Jahr-Feier des DSTV auf dem Deutschen Stahlbautag am 15. Oktober 2004 in Berlin. Letzte Preisträger waren BRT Architekten Bothe Richter Teherani für das Bürohaus "Berliner Bogen" in Hamburg.
Der Deutsche Stahlbaupreis wurde in diesem Jahr unter 69 Einreichungen entschieden, zehn weitere Objekte wurden mit einer Auszeichnung gewürdigt. Beurteilungskriterien für die Vergabe des Preises sind insbesondere: die architektonische Qualität des Bauwerkes, innovative Konstruktion und Technik, materialgerechte Verwendung des Baustoffes Stahl, funktionale Aspekte und Nutzungsflexibilität sowie städtebauliche Einbindung.
Preis des Deutschen Stahlbaues 2004:
Olympiastadion Berlin - Tribünenüberdachung
Architekt: gmp – von Gerkan · Marg und Partner Architekten, Berlin
Ingenieur: Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Darmstadt
Stahlbau: DSD Dillinger Stahlbau GmbH
Bauherr: Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Bauherrenfunktion übergegangen auf:
WALTER BAU-AG vereinigt mit Dywidag
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Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Berlin, kostenfrei verwendet werden. Ohne Quellennachweis wird für jede Verwendung eine Lizenzgebühr in Höhe von 1.500 EURO netto berechnet.)
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© gmp - von Gerkan, Marg und Partner, Berlin
Preis des Deutschen Stahlbaues 2004 – Auszeichnungen
Die 10 Auszeichnungen erhielten:
Valeo, Wischerfertigung, Bietigheim-Bissingen
Gemeinschaft aus:
Architekt: Ackermann und Partner, Architekten BDA, München
Ingenieur: Dipl.-Ing. Christoph Ackermann,
Beratendes Ingenieurbüro für Bauwesen, München
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© Ackermann und Partner, Architekten BDA
Der Blick ins Grüne“, Köln
Architekt: b & k+ brandlhuber gmbh&co.kg, Köln
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© b & k+ brandlhuber gmbh&co.kg
Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin
Architekt: Petzinka Pink Architekten, Düsseldorf
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© Taufik Kenan, Petzinka Pink Architekten
Jahrhunderthalle Bochum
Architekt: Petzinka Pink Architekten, Düsseldorf
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© Petzinka Pink Architekten
Südwestmetall Reutlingen, Baden-Württemberg
Architekt: Allmann Sattler Wappner Architekten, München
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© Allmann Sattler Wappner Architekten
Post Tower, Bonn
Architekt: Murphy/Jahn, Inc., Helmut Jahn, Architekt, Chicago
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© Andreas Keller, Murphy/Jahn Inc.
ERCO Hochregallager P3
Architekt: Schneider + Schumacher Architekturgesellschaft mbH, Frankfurt a. M.
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© Schneider + Schumacher Architekturgesellschaft mbH
Stiebertal Brücke, Roth
Projektgemeinschaft aus:
Architekt: Christian Vogel, Vogel + Partner, Architekten BDA, München
Ingenieur: Johann Grad, Grad Ingenieurplanungen, Ingolstadt
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© Christian Vogel, Vogel + Partner, Architekten BDA
Produktions- und Verwaltungsgebäude GIRA, Radevormwald
Architekt: Ingenhoven und Partner
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© Ingenhoven und Partner
Flughafen München Terminal 2
Architekt: Koch + Partner, Architekten und Stadtplaner,
Koch Drohn Schneider Voigt, München
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© Maurer-Söhne GmbH & Co KG
Mitglieder der Jury "Preis des Deutschen Stahlbaues 2004"
- Dipl.-Ing. Wilfried Dechau
Chefredakteur db deutsche Bauzeitung, Stuttgart - Prof. Dipl.-Ing. Arch. Dörte Gatermann,
Gatermann + Schossig Architekten BDA, Köln - Dipl.-Ing. Arch. Kaspar Kraemer,
Kaspar Kraemer Architekten BDA, Präsident Bund Deutscher Architekten, Köln - Dipl.-Ing. Rainer Müller-Donges,
Geschäftsführer und Gesellschafter der Donges Stahlbau GmbH, Darmstadt - Dipl.-Ing. Arch. Martin Murphy
Jan Störmer Architekten, Hamburg - Dipl.-Ing. Arch. Kai Richter,
BRT Bothe Richter Teherani Architekten, Hamburg - Dipl.-Ing. Arch. Guntram Schoenitz,
Ltd. Baudirektor der Bauaufsicht Stadt Düsseldorf, Düsseldorf
Urteil der Jury zum 1.Preis: Olympiastadion Berlin – Tribünenüberdachung
In ihrer Laudatio begründet die Jury ihre Entscheidung für das Bauwerk wie folgt (Auszug):
"Einzigartig bzw. besonders an dem Projekt ist das Zusammenführen einer Vielzahl einflussnehmender Parameter aus Sport, Denkmal und deutscher Geschichte, die in ein stimmiges und ausgewogenes Gesamtkonzept umgesetzt wurden. Unter Einbeziehung unterschiedlichster, denkmalpflegerischer Anforderungen entsteht zunächst einmal wieder ein großes Stadion, das allen heutigen Anforderungen an eine funktionierende Sportstätte internationalen Standards entspricht.
Dem in vielerlei Hinsicht „schweren“ Stadion-Denkmal im Sockelbereich wird ein „leichtes“ Dach überstellt. So löst sich der Innenbereich lichtdurchflutet auf mit Hilfe entsprechender Glaskonstruktionen und weißen fast entmaterialisierten, lichtdurchlässigen, Teflon beschichteten Membranen. Zusammen kommen Alt und Neu lediglich im Bereich von 16 Baumstützen, die im Zuschauerbereich angeordnet werden mussten, und einer durchlaufenden Stützenreihe im Kronenbereich der denkmalgeschützten Außenfassade. Räumlich entsteht eine weitestgehend entmaterialisierte Fuge, eine Inszenierung des respektvollen Abstandes zwischen dem alten Sockel und der neuen Dachkonstruktion.
Durchaus innovativ in der Bewältigung der unterschiedlichsten Belange entsteht ein neues Ganzes, ohne dass das alte Stadion nebst seinem „historischen Erbe“ dabei zugedeckt wird. Im Zusammenspiel von „beladenem“ Sockel und leichtem ruhigen Dach wird, ohne die Geschichte auszublenden, eine Konzentration und räumliche Spannung erzeugt auf das, was der Bau erfüllen soll: die Funktion einer Sportarena!"
Entwurfskonzept der Architekten:
"Modernisierung und Grundinstandsetzung des Olympiastadions Berlin"
Das Projekt nimmt eine Sonderstellung unter den anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 ertüchtigten bzw. neu errichteten Stadionbauwerken ein. Der Zielkonflikt zwischen den entgegengesetzten Erfordernissen von Denkmalschutz und Modernisierung einerseits, sowie zwischen einer multifunktionellen Nutzung und einer reinen Fußball-Arena andererseits, wird durch den Entwurf der Architekten in eine Synthese verwandelt. Das Konzept betrachtet das Stadion nicht allein, sondern im räumlichen Kontext mit dem Gesamtgelände. Dies schloss von vornherein aus, die Sicht durch das westlich gelegene Marathontor auf den Glockenturm durch eine Dachkonstruktion zu verbauen. Das von Werner March als Gesamtkunstwerk gestaltete Gelände bleibt als städtebauliches Denkmal der 30er Jahre erhalten, wobei das neue Konzept die Qualitäten des Altbaus unterstützt, indem es sich komplett dem Altbau unterordnet. Die Außenbauwerke wurden vollständig unterirdisch geplant, um das äußere Erscheinungsbild nicht zu beeinträchtigen.
Um die geforderte Vollüberdachung aller Tribünenplätze realisieren zu können, wurde ein umlaufendes, in seiner Gestaltungsform gleichbleibendes Dach entworfen, das im Bereich des Marathontores als architektonische Reaktion auf den denkmalwerten Bestand unterbrochen ist. Diese Unterbrechung sowie die Forderung nach einer abschnittsweisen Herstellung unter laufendem Spielbetrieb führte zum Entwurf einer leichten Tragkonstruktion aus Stahl mit flugzeugflügelähnlichem Querschnitt.
Seine optische und materielle Leichtigkeit erhält das Dach in erster Linie durch die filigrane Stahlrohrkonstruktion und die Verwendung einer transluzenten Membranverkleidung als obere und untere Dachhaut. Nach innen setzt sich das Dach in Form einer frei sichtbaren Stahlkonstruktion mit einer ca. 13 Meter breiten Glaseindeckung fort. Am äußeren Rand geht das Dach in einen Metall verkleideten Massivbereich über, der sich nach außen hin diskusförmig verjüngt. Der Stahlbetonaußenring wirkt als Gegenballast zur Tragkonstruktion und als horizontale Aussteifung des Dachtragwerkes.
Die Tiefe des Daches beträgt umlaufend ca. 68 Meter. Getragen wird das Dach von 20 schlanken Baumstützen, die im Bereich des Oberringes mit einem Abstand von 32 - 40 Metern angeordnet sind.
Die 76 Radialbinder ragen über die Baumstützen 49 Meter weit in den Stadioninnenraum. Am äußeren Rand wird das Dach durch 132 über den Muschelkalkpfeilern angeordneten Stahlstützen getragen.
Über den Baumstützen verläuft ein Dreigurtbinder als Durchlaufträger in tangentialer Richtung. Dieser unterstützt die Radialbinder und übernimmt aussteifende Funktionen. Zum Ausgleich der vertikalen Verformungen der Radialbinderspitzen ist in der Nähe des Dachinnenrandes ein tangential verlaufender Zweigurtbinder angeordnet.
Leiterin Öffentlichkeit Dipl.-Vw. Angelika Demmer
Tel. 0211 / 6707-830
Fax 0211 / 6707-829
zentrale@bauforumstahl.de
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