Büro Nordost
Stahlbau-Architekturpreis 2002 für Bürohaus Berliner Bogen in Hamburg
Der mit 10.000 EURO dotierte Preis des Deutschen Stahlbaues geht in diesem Jahr an BRT Architekten Bothe Richter Teherani, Hamburg, für das Bürohaus "Berliner Bogen" in Hamburg. Der Preis wird alle zwei Jahre von BAUEN MIT STAHL e.V. verliehen, einer Gemeinschaftsorganisation der europäischen Stahlindustrie und des Deutschen Stahlbau-Verbandes DSTV. Er ist einer der ältesten Architekturpreise Deutschlands. Die offizielle Preisverleihung erfolgt im Rahmen eines Festaktes auf dem Deutschen Stahlbautag am 8. November 2002 im CCH Hamburg. Letzte Preisträger waren die Architekten gmp von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg, und das Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner, Stuttgart, für die Expo-Fußgängerbrücken in Hannover.
Der Deutsche Stahlbaupreis wurde von einer unabhängigen Jury anerkannter Architekten und Bauingenieure auf ihrer Sitzung am 23./24.05.2002 unter 80 Einreichungen entschieden. Angesichts der Vielfältigkeit interessanter und innovativer Stahl-/ Stahlverbundbauwerke hat die Jury 13 weiteren Objekten des Wettbewerbs Auszeichnungen verliehen. Beurteilungskriterien für die Vergabe des Preises sind insbesondere: die architektonische Qualität des Bauwerkes, innovative Konstruktion und Technik, materialgerechte Verwendung des Baustoffes Stahl, funktionale Aspekte und Nutzungsflexibilität sowie städtebauliche Einbindung.
Über einem Kanalbecken gelegen, bietet das Bürohaus Berliner Bogen eine Nutzfläche von ca. 32.000 qm für 1200 Arbeitsplätze. Das Bauwerk ist als Haus im Haus konzipiert, mit einem inneren massiven Teil, dessen Deckenplatten an den alles überspannenden Stahlbögen teilweise abgehängt sind und einer Glashülle, die die gesamte kammartige Form umschließt. Die Jury beeindruckte besonders die städtebauliche Einbindung des Bürohauses. Im Zusammenspiel mit der besonderen Lage ergibt sich aus der innovativen Gestaltung ein architektonischer Höhepunkt an diesem bisher unbeachteten Eingang zum Stadtzentrum von Hamburg. Als skulpturales Objekt verkörpert der Berliner Bogen das Aneinandergrenzen von Wasser und Stadt. Auf einer Länge von rund 140 Metern überspannt das Gebäude das Ende des kilometerlangen Hochwasserbassins. An den beiden Uferseiten wölben sich die Stahlbögen bis zu einer Höhe von 36 Metern parabelförmig über den Kanal. Durch Nutzung regenerativer Energien, Wintergärten und modernste Fassadentechnik wurde der Energiebedarf des Bürohauses minimiert.
In ihrer Laudatio begründet die Jury ihre Entscheidung für das Bauwerk wie folgt (Auszug):
"Es gehörte durchaus Mut dazu, sich auf dieses Projekt einzulassen – nicht nur wegen der unwirtlichen Nachbarschaft, sondern auch, weil es eigentlich kein Baugrundstück gab, handelt es sich doch um das Endstück eines Hochwasserbassins. Dass die Realisierung gelang, ist der besonderen Suggestivkraft schon des Entwurfs zu danken, der mit seiner solitären, klaren Bogenform an dieser Stelle so plausibel zu überzeugen wusste. Das Ergebnis übertrifft nun in städtebaulicher, architektonischer und konstruktiver Hinsicht noch die Erwartungen.
Vom Grundriss ist das Bürohaus Berliner Bogen ein mit begrünten Innenhöfen durchsetzter Doppelkamm, der von einer fast nahtlosen Glashaut umhüllt ist, unter der Stahlträger verlaufen, die sowohl die Lasten der äußeren Hülle wie großer Teile der Geschossdecken aufnehmen. Wegen des unter dem Gebäude befindlichen Rückhaltebeckens und parallel verlaufender großer Abwassersiele war nur eine aufwändige Mischkonstruktion aus Flach- und Tiefgründung bei teilweiser Abhängung der Geschossdecken und Lastabtragung über die Stahlbogenträger möglich. Dies weist über den speziellen Einzelfall hinaus auf die in Deutschland noch wenig ausgeschöpften Potentiale des Stahlbaues im Geschossbau hin und begründet neben der herausragenden architektonischen und städtebaulichen Qualität des Vorhabens die Auszeichnung mit dem Deutschen Stahlbaupreis 2002."
Preis des Deutschen Stahlbaues 2002:
Bürohaus Berliner Bogen in Hamburg
Architekt: BRT Architekten Bothe Richter Teherani, Hamburg

- Fotograf: Jörg Hempel
An der Realisierung des Projektes waren beteiligt:
Architekt: BRT Architekten Bothe Richter Teherani, Hamburg
Ingenieur: Dr.-Ing. W. Binnewies, Hamburg
Stahlbaufirma: Stahlbau Plauen, Plauen
Generalunternehmer: Ed. Züblin AG, NL Hamburg
Bauherr: Dipl.-Ing. Dieter Becken, Becken Investitionen & Vermögensverwaltung, Hamburg
Die 13 Auszeichnungen erhielten:
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Cargolifter Werftanlage, Brand (bei Berlin)
Architekt: SIAT GmbH, München
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Museum und Park Kalkriese, Bramsche
Architekt: Gigon / Guyer ETH/BSA/SIA AG, Zürich
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Museum sowjetisches Speziallager in der Gedenkstätte Sachsenhausen, Oranienburg
Architekt: Schneider + Schumacher Architektur, Frankfurt a.M.
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Haus R 128, Stuttgart
Architekt: Werner Sobek Ingenieure GmbH & Co. KG, Stuttgart
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Terminal 2, Flughafen Köln/Bonn
Architekt: Murphy / Jahn Inc. Architects, Chicago
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Büro- und Produktionsgebäude ADVA AG Optical Networking, Meiningen
Architekt: Kauffmann Theilig & Partner, Ostfildern
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Messehalle 3, Frankfurt
Architekt: Nicholas Grimshaw & Partners, London
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Kunstsammlung Ständehaus, Düsseldorf
Architekt: Kiessler + Partner Architekten GmbH, München
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Herz Jesu Kirche, München
Architekt: Allmann Sattler Wappner, München
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Sony Center, Berlin
Architekt: Murphy / Jahn Inc. Architects, Chicago
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Print Media Academy, Heidelberg
Architekt: Planungsgruppe Heidelberg Hensel-Bechtloff
+ Partner / Schröder + Partner, Heidelberg
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FIS-Weltcup Skisprungschanze, Willingen
Architekt: Pahl + Weber-Pahl, Darmstadt
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Empfangsgebäude Lufthansa Basis, Hamburg
Architekt: Renner Hainke Wirth, Hamburg
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Der Jury zum Preis des Deutschen Stahlbaues gehörten an:
Dipl.-Ing. Architekt BDA Dörte Gatermann,
Gatermann + Schossig und Partner GBR Architekten BDA, Köln (Vorsitzende)
Dipl.-Ing. Horst Hauser,
Geschäftsführer BAUEN MIT STAHL e. V., Düsseldorf
Dipl.-Ing. Arch. Hubert Nienhoff,
gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg
Prof. Dipl.-Ing. Architekt Jürgen Reichardt,
Prof. J. Reichardt Architekten, Essen
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Peter Schaumann,
Universität Hannover – Institut für Stahlbau
Dipl.-Volkswirt Carl Steckeweh,
Bundesgeschäftsführer, Bund Deutscher Architekten BDA, Berlin
Dr. Werner Strodthoff,
Kulturredakteur und Architekturkritiker, Kölner Stadt-Anzeiger, Köln
Prof. Dipl.-Ing. Jörn Walter,
Oberbaudirektor, Stadtentwicklungsbehörde Hamburg
Leiterin Öffentlichkeit Dipl.-Vw. Angelika Demmer
Tel. 0211 / 6707-830
Fax 0211 / 6707-829
zentrale@bauforumstahl.de
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