Ramona S.
Begeisterungs-Lieferantin
Stahlbau Verlag Shop

ILEK Chicago Exkursion – Tag 7
Am 7. Tag unserer Exkursion haben wir uns im Millennium Park, getroffen. Der Park, der ursprünglich als Rangierbahnhof genutzt wurde, ist heutzutage vor allem bekannt durch den Jay Pritzker Musikpavillon von Frank Gehry und die "Bohne", eine auf hochglanzpolierte Edelstahlskulptur des britischen Künstlers Anish Kapoor, die den offiziellen Namen "Cloud Gate" trägt. Nach der Besichtigung des Parks und eine kurzen Mittagspause haben wir uns dann auf den langen Weg zur Northwestern University gemacht. Die Universität ist wie unsere Universität in Stuttgart in zwei Teile gespalten. Ein Teil befindet sich in der Innenstadt in der Nähe des Chicago River und ein Teil nördlich von Chicago im Vorort Evanston, zu dem wir unterwegs waren. Wir waren an diesem Tag zu einem Symposium eingeladen, bei dem neben unseren Betreuern vom ILEK auch Eric Keune von SOM, Thomas Mozina von Perkins + Will, Tom Jacobs von Krueck + Sexton und Laurence Booth von Booth Hansen Vorträge über Chicagos Hochhäuser, Innovationen im Leicht- und/oder Hochhausbau und diverse andere Themen hielten. Nach dem Symposium durften wir an einem Dinner im Cohen Commons Saal der Universität teilnehmen und hatten die Möglichkeit uns mit den verschiedenen anwesenden Professoren der NWU und den Architekten auszutauschen. Nach diesem sehr herzlichen Abend hat sich ein Teil der Gruppe entschlossen noch auf einen Absacker die Signature Lounge (eine Skybar im 96. Stock des John Hancock Center) zu besuchen, von wo aus man einen atemberaubenden Blick über das nächtliche Chicago und auf den Lake Michigan hatte.  

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

Rechtlicher Rahmen

Im Dezember 2007 wurde das „Nachhaltige Bauen“ von der EU-Kommission offiziell zu einem der sechs Leitmärkte Europas erklärt. Als Leitmärkte wurden benannt:

  • Elektronische Gesundheitsdienste (eHealth)
  • Schutztextilien (protective textiles)
  • Nachhaltiges Bauen (sustainable construction)
  • Recycling (recycling)
  • Biobasierte Produkte (bio-based products)
  • Erneuerbare Energien (renewable energies).

Ziel der Initiative ist es, innovationsfreundliche Märkte gezielt zu entwickeln und die Vermarktung von Innovationen zu erleichtern.

Die Bedeutung des Marktes Nachhaltiges Bauen liegt nach Meinung der Europäischen Kommission vor allem darin, dass der höchste Anteil des Endenergieverbrauchs der EU (42 %) auf Gebäude entfällt. Durch Gebäude entstehen auch ca. 35 % aller Treibhausgasemissionen. Das Nachhaltige Bauen stellt einen äußerst umfassenden Marktbereich dar, bei dem Umweltschutzaspekte (effiziente Elektrogeräte und Heizanlagen), Gesundheitsfragen (z. B. Luftqualität in Gebäuden) und der Komfort der Nutzer (z. B. Bewegungsfreiheit älterer Menschen) eine Rolle spielen. Auf europäischer und nationaler Ebene waren die Vorschriften für die Bauwirtschaft zudem unzureichend aufeinander abgestimmt, was zu beträchtlichen Verwaltungslasten und einer starken Fragmentierung des Marktes für das Nachhaltige Bauen führt. Dem wird seit Ausrufung der Leitmarktinitiative entgegengewirkt.  

Auf dem Gebiet des Nachhaltigen Bauens will die Europäische Kommission

  • den Geltungsbereich der Richtlinien über die Gesamteffizienz von Gebäuden ausweiten und EU-weite Energieeffizienzziele für neue und renovierte Gebäude einführen; 
  • die Entwicklung europäischer Standards anstoßen, die das Nachhaltige Bauen berücksichtigen und fördern.

Die Aufgaben und Ziele für den Leitmarkt des Nachhaltigen Bauens sind in einem Aktionsplan (Action Plan for Sustainable Construction) zusammengestellt worden. Als politische Instrumente zur Umsetzung der Aufgaben werden dort benannt: 

  • Rechtsvorschriften
  • Öffentliches Auftragswesen
  • Normung, Kennzeichnung, Zertifizierung.

Gesetze, Richtlinien und Verordnungen

Normen

Zahlreiche Standards zum nachhaltigen Bauen sind in Bearbeitung oder bereits eingeführt. Alle in der nachstehenden Abbildung dargestellten Normungsvorhaben behandeln die Grundlagen für eine gemeinsame Bewertungsbasis für nachhaltige Gebäude sowie die Definition hierfür geeigneter Indikatoren und Berechnungsgrundlagen. Die Bewertung erfolgt dabei durch umwelt- und gesundheitsrelevante Merkmale und Eigenschaften von Bauprodukten und Gebäuden. 

Der Gesamtrahmen gilt für alle Bauwerke. Diese teilen sich in Gebäude und Ingenieurbauwerke auf. Auf Gebäudeebene wurden insbesondere zur Bewertung der ökologischen Qualität viele Normen und Normenentwürfe entwickelt. Hier zeigt sich die ursprüngliche Fokussierung auf die ökologische Qualität. Die Entwicklung von Normen zur Bewertung der sozialen und ökonomischen Qualität steckt bislang noch in den Kinderschuhen, soll in den kommenden Jahren aber deutlich intensiviert werden.

Während auf Gebäudeebene schon viele Normen entwickelt wurden, besteht für Ingenieurbauwerke aktuell nur eine allgemeine Norm. Auch hier werden in den kommenden Jahren weitere folgen.

Normenübersicht zur Nachhaltigkeit

Normenübersicht zur Nachhaltigkeit -


Abbildung: Übersicht über den zukünftigen normativen Hintergrund für das nachhaltige Bauen. (Zum Öffnen bitte Abbildung anklicken.)

Ansprechpartner Nachhaltigkeit

Raban Siebers, MSc
Tel. 0211 / 6707-560
Fax 0211 / 6707-829 
raban.siebers(at)bauforumstahl.de

Grundlagen
Leitmarktinitiative (LMI) "Innovation - A Lead Market Initiative For Europe" mehr

Weitere Informationen zur Leitmarktinitiative im Informationsportal Nachhaltiges Bauen des BMVBS mehr 

Gemeinsames Schreiben zum rechtlichen Rahmen von EPDs vom Deutschen Stahlbau-Verband DSTV, dem Bundesverband Deutscher Stahlhandel und bauforumstahl e.V.