Dr. Bernhard Hauke
Geschäftsführer | Marketing | Sprecher
Stahlbau Verlag Shop

ILEK Chicago Exkursion - Tag 9
Der letzte offizielle Tag der Exkursion diente hauptsächlich dazu, die bis dahin noch nicht erkundeten Gebäude zu besichtigen. Da am Nachmittag ein Besuch des Büros von Helmut Jahn auf der Agenda stand, hörten wir vor den jeweiligen Bauten die Referate zu dem James R. Thompson Center, dem Citigroup Center und dem Xerox Center. Das Thomposon Center gilt als eines der umstrittensten Bauten in Chicago's Bevölkerung und hat auch unter den Studierenden gemischte Gefühle hervorgerufen. Die Form und die Farbe sind schon sehr ungewöhnlich auch wenn das enorm großräumige und sehr hohe Atrium einen besonderen Eindruck hinterlässt. Neben diesen Bauten der Postmoderne wurden unter anderem noch das Sullivan Center, die Marina City, das IBM Building und das Carbide and Carbon mit seiner vergoldeten Spitze Zwischenziele unserer morgendlichen Runde. Leider spielte ausgerechnet am letzten Tag das Wetter nicht mehr so gut mit, sodass wir ziemlich durchnässt waren, als wir uns um zum Bürotermin bei Helmut Jahn einfanden. Da die gesamte Exkursion aber von durchwegs gutem Wetter profitieren konnte, ließ sich dieser eine Regentag verkraften. Bei Helmut Jahn erhielten wir einen Überblick über sämtliche Bauten und Bauvorhaben des 50 Mann großen Büros. Die Anzahl der Mitarbeiter erscheint relativ wenig, wenn man bedenkt welche großen Projekte dort realisiert werden. Als besonderen Abschluss führte uns der Jahn-Mitarbeiter auf die ausgebaute Spitze des 35 East Wacker Drive Gebäudes, welche bereits Al Capone als Partyraum diente und uns nun zum Abschluss einer gelungenen Exkursion ein weiteres Mal eine 360° Aussicht auf Chicago bot. Der Rest des Abends klang bei einem gemeinsamen Barbesuch aus und wurde ansonsten noch mit Packen für den Abflug am nächsten Tag verbracht. Wir möchten uns bei allen Unterstützern unserer Exkursion, darunter natürlich auch dem Bauforum Stahl herzlich bedanken, erst durch Ihre finanzielle Hilfe wurde es möglich den Studierenden ein umfassendes und spannendes Programm zu bieten.

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

»SUCHST DU NOCH ODER PARKST DU SCHON?«

Kernsanierung und Erweiterung Parkhaus P8 am Konrad-Adenauer-Platz, Bochum.

Qualität der Gestaltung
Das in den 1960er Jahren im Stahlbeton-Fertigteilsystem errichtete innerstädtische Parkhaus im BERMUDA3ECK Bochums beinhaltet auf rd. 25.000 m² über vier Parkebenen 575 PKW-Stellplätze sowie erdgeschossig, zur Fußgängerzone an der Kortumstraße, vier Gaststätten und, nach Erweiterung, ein neues Ladenlokal mit großer Dachterrasse am Konrad-Adenauer-Platz.

Parkhaus P8 Bochum Zeichnungen

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© Archwerk


Die Herausforderung der Entwurfsaufgabe bestand, neben der Kernsanierung der vier Parkebenen, in der optischen Aufwertung der Parkhausfassade zur Kortumstraße als wesentlicher Bestandteil des bochumer Ausgehviertels BERMUDA3ECK sowie in der städtebaulichen Gestaltung und Neuordnung der Gebäudespitze am Konrad-Adenauer-Platz.

Die beschriebene Entwurfsaufgabe wurde im Wesentlichen mittels einer neuen gestaffelten Glasfassade mit neuartiger dichromatischer Folie der Firma 3M sowie mit einem Rundbau – Durchmesser: 26,0 Meter - als Gebäudeerweiterung und neuem städtebaulichen Hochpunkt am Konrad-Adenauer-Platz beantwortet.

Parkhausfassaden entlang der Bahngleise sowie zum benachbarten Kino wurden saniert und originalgetreu in der Architektursprach der 1960er Jahre instandgesetzt.

Im Sinne des Genius Loci des Ruhrgebietes erhielt der neue Rundbau am Konrad-Adenauer-Platz eine rd. 10 Meter hohe Stahlkonstruktion. Vergleichbare Konstruktionen aus dem vergangenen Jahrhundert, beispielsweise auf der Zeche Zollverein in Essen, waren hierbei Entwurfs- und Konstruktionsvorbilder. Der entstehende Raum über dem Konrad-Adenauer-Platz, ursprünglich als gastronomische Ergänzung der umliegenden Gaststätten geplant, wird ab April 2012 einen Skatepark beherbergen, der überregionale Aufmerksamkeit auf sich ziehen soll und die Subkultur des BERMUDA3ECKs symbiotisch ergänzt.


Funktionalität
Die Verkehrsführung der vier Parkebenen wurde im Rahmen der Kernsanierung optimiert und um zwei neue Rampenanlagen im Gebäudebestand ergänzt. Ein- und Ausfahrtsbereich im Erdgeschoss wurden ebenfalls optimiert, neu geordnet und gemäß den aktuellen Richtlinien dimensioniert und gestaltet. Das Farbkonzept der Parkebenen beschränkt sich bewusst auf weiß und schwarz, ergänzt durch Farbakzenten im Treppenhausbereich, als Wiedererkennung und Orientierung für Parkkunden im Gebäude.

Nachhaltigkeit
Das Gebäude liegt im Herzen des Ausgehviertels BERMUDA3ECK und im gerade neu entstehenden VIKTORIAQURTIERBOCHUM, das in den kommenden Jahrzehnten mit einem neuen Musikzentrum für die Bochumer Symphoniker sowie Kleinkunstplattformen, Ateliers für Kunst und Musik und neuem innerstädtischen Wohnen für Jung und Alt mit Leben gefüllt wird.

Ein neuer städtebaulicher Hochpunkt im Sinne des Genius Loci des Ruhrgebietes als neues Wahrzeichen des Viertels, eine Skatepark, Gaststätten und 575 PKW-Stellplätze bieten für die nächsten Jahrzehnte Grundlage und Substanz für das Ausgehviertel BERMUDA3ECK und das neue Kreativviertel VIKTORIAQURTIERBOCHUM.


Städtebaulicher Kontext
Das viergeschossige Parkhaus mit dem am Kopf erweiterten neuen Rundbau schmiegt sich zwischen Bahn-, U-Bahntunnel und S-Bahn-Gleisanlagen, in das Ausgehviertel »BERMUA3ECK« der Innenstadt Bochums ein und bildet nunmehr, neben dem benachbarten »HANDELSHOF« eine ergänzende städtebauliche Figur und Kante am Konrad-Adenauer-Platz.

Nutzerakzeptanz und Partizipationsmöglichkeiten
Das Gebäude wird von zwei verschiedenen Nutzergruppen wahrgenommen und benutzt: Parkkunden der Innenstadt Bochums und Gaststättengäste des BERMUDA3ECKs. Für Parkkunden wurden die vier Parkebenen benutzerfreundlich, übersichtlich und hell gestaltet, für Gaststättengäste wurde der innerstädtische Raum im Bereich der Kortumstraße mit beschriebener Glasfassade und im Bereich des Konrad-Adenauer-Platzes mit Rundbau und Stahlkonstruktion aufgewertet und von einem ehemaligen Un-Ort zu einem innerstädtischem Ort mit Aufenthaltsqualität gemacht.

Ökologie, Energieeffizienz, Klimaschutz
Bauordnungsrechtlich und baukonstruktiv ist die Großgarage als offene Garage mit natürlicher Belüftung konzipiert und kernsaniert, so dass aufwendige Lüftungsanlagen entfallen konnten. Neue Bauteile, wie die gestaffelte Glasfassade am Parkhausbestand im Bereich der Kortumstraße, sind geometrisch der Art ausgelegt, dass die geforderte natürliche Belüftung gewährleistet und thermisch unterstützt wird. Technische Gebäudeausrüstungen wie Elektrotechnik und Heizanlagen wurden vollständig rückgebaut, erneuert und entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Elektrostromkreise in Fassadenbereichen  werden im Tagbetrieb des Parkhauses intelligent abgeschaltet, um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.

Aktuelle Projekte | Projektarchiv

Architekten
Archwerk Generalplaner KG
www.archwerk.org

Bauherr
Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum mbH

Foto Seitenkopf (Ausschnitt)
© Archwerk