Oliver C.
Recycling-Weltmeister
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ILEK Exkursion Chicago 2016
Hochhäuser werden unweigerlich die Zukunft des innerstädtischen Bauens darstellen. Auf Grund des Anstiegs der Weltbevölkerung und des zunehmenden Wachstums der Millionenstädte wird dichtes Bauen notwendig und immer gefragter. Im Wintersemester 2016/17 werden 10 Studierende der Architektur am Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart einen Hochhaus Entwurf bearbeiten, um sich dieser Thematik anzunehmen. Da Chicago die Geburtsstätte der Gebäudetypologie Hochhaus darstellt, bietet es sich an, das Planungsgrundstück dort anzusetzen und die Recherchephase mit einer Exkursion zu verbinden. Das besondere dabei wird sein, dass auch Studierende des Bauingenieurwesens dabei sein werden, denn Interdisziplinarität ist besonders bei solch großen Bauprojekten essentiell. Zusammen mit der 17-köpfigen Studierendengruppe werden zwei Mitarbeiter des ILEK eine 9-tägige Exkursion im Oktober 2016 unternehmen. Dabei werden wir uns nicht nur der Geschichte des Hochhausbaus widmen, sondern auch neueste Entwicklungen erfahren, sowie die Beziehung zu der Architekturfakultät der Northwestern University weiter vertiefen. Gemeinsame Vorlesungen, Besprechungen sowie ein zusammen organisiertes Symposium werden dabei eine große Rolle spielen. Des weiteren sind Baustellenbesichtigungen und Besichtigungen einiger Architektur- und Ingenieurbüros geplant, wie z.B. zu Helmut Jahn, SOM oder Gill+Smith. Über den Verlauf der Exkursion werden wir auf diesem Blog live berichten und bedanken uns bereits vorab für die freundliche Unterstützung unserer Sponsoren, allen voran: Bauforumstahl.

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

»SUCHST DU NOCH ODER PARKST DU SCHON?«

Kernsanierung und Erweiterung Parkhaus P8 am Konrad-Adenauer-Platz, Bochum.

Qualität der Gestaltung
Das in den 1960er Jahren im Stahlbeton-Fertigteilsystem errichtete innerstädtische Parkhaus im BERMUDA3ECK Bochums beinhaltet auf rd. 25.000 m² über vier Parkebenen 575 PKW-Stellplätze sowie erdgeschossig, zur Fußgängerzone an der Kortumstraße, vier Gaststätten und, nach Erweiterung, ein neues Ladenlokal mit großer Dachterrasse am Konrad-Adenauer-Platz.

Parkhaus P8 Bochum Zeichnungen

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© Archwerk


Die Herausforderung der Entwurfsaufgabe bestand, neben der Kernsanierung der vier Parkebenen, in der optischen Aufwertung der Parkhausfassade zur Kortumstraße als wesentlicher Bestandteil des bochumer Ausgehviertels BERMUDA3ECK sowie in der städtebaulichen Gestaltung und Neuordnung der Gebäudespitze am Konrad-Adenauer-Platz.

Die beschriebene Entwurfsaufgabe wurde im Wesentlichen mittels einer neuen gestaffelten Glasfassade mit neuartiger dichromatischer Folie der Firma 3M sowie mit einem Rundbau – Durchmesser: 26,0 Meter - als Gebäudeerweiterung und neuem städtebaulichen Hochpunkt am Konrad-Adenauer-Platz beantwortet.

Parkhausfassaden entlang der Bahngleise sowie zum benachbarten Kino wurden saniert und originalgetreu in der Architektursprach der 1960er Jahre instandgesetzt.

Im Sinne des Genius Loci des Ruhrgebietes erhielt der neue Rundbau am Konrad-Adenauer-Platz eine rd. 10 Meter hohe Stahlkonstruktion. Vergleichbare Konstruktionen aus dem vergangenen Jahrhundert, beispielsweise auf der Zeche Zollverein in Essen, waren hierbei Entwurfs- und Konstruktionsvorbilder. Der entstehende Raum über dem Konrad-Adenauer-Platz, ursprünglich als gastronomische Ergänzung der umliegenden Gaststätten geplant, wird ab April 2012 einen Skatepark beherbergen, der überregionale Aufmerksamkeit auf sich ziehen soll und die Subkultur des BERMUDA3ECKs symbiotisch ergänzt.


Funktionalität
Die Verkehrsführung der vier Parkebenen wurde im Rahmen der Kernsanierung optimiert und um zwei neue Rampenanlagen im Gebäudebestand ergänzt. Ein- und Ausfahrtsbereich im Erdgeschoss wurden ebenfalls optimiert, neu geordnet und gemäß den aktuellen Richtlinien dimensioniert und gestaltet. Das Farbkonzept der Parkebenen beschränkt sich bewusst auf weiß und schwarz, ergänzt durch Farbakzenten im Treppenhausbereich, als Wiedererkennung und Orientierung für Parkkunden im Gebäude.

Nachhaltigkeit
Das Gebäude liegt im Herzen des Ausgehviertels BERMUDA3ECK und im gerade neu entstehenden VIKTORIAQURTIERBOCHUM, das in den kommenden Jahrzehnten mit einem neuen Musikzentrum für die Bochumer Symphoniker sowie Kleinkunstplattformen, Ateliers für Kunst und Musik und neuem innerstädtischen Wohnen für Jung und Alt mit Leben gefüllt wird.

Ein neuer städtebaulicher Hochpunkt im Sinne des Genius Loci des Ruhrgebietes als neues Wahrzeichen des Viertels, eine Skatepark, Gaststätten und 575 PKW-Stellplätze bieten für die nächsten Jahrzehnte Grundlage und Substanz für das Ausgehviertel BERMUDA3ECK und das neue Kreativviertel VIKTORIAQURTIERBOCHUM.


Städtebaulicher Kontext
Das viergeschossige Parkhaus mit dem am Kopf erweiterten neuen Rundbau schmiegt sich zwischen Bahn-, U-Bahntunnel und S-Bahn-Gleisanlagen, in das Ausgehviertel »BERMUA3ECK« der Innenstadt Bochums ein und bildet nunmehr, neben dem benachbarten »HANDELSHOF« eine ergänzende städtebauliche Figur und Kante am Konrad-Adenauer-Platz.

Nutzerakzeptanz und Partizipationsmöglichkeiten
Das Gebäude wird von zwei verschiedenen Nutzergruppen wahrgenommen und benutzt: Parkkunden der Innenstadt Bochums und Gaststättengäste des BERMUDA3ECKs. Für Parkkunden wurden die vier Parkebenen benutzerfreundlich, übersichtlich und hell gestaltet, für Gaststättengäste wurde der innerstädtische Raum im Bereich der Kortumstraße mit beschriebener Glasfassade und im Bereich des Konrad-Adenauer-Platzes mit Rundbau und Stahlkonstruktion aufgewertet und von einem ehemaligen Un-Ort zu einem innerstädtischem Ort mit Aufenthaltsqualität gemacht.

Ökologie, Energieeffizienz, Klimaschutz
Bauordnungsrechtlich und baukonstruktiv ist die Großgarage als offene Garage mit natürlicher Belüftung konzipiert und kernsaniert, so dass aufwendige Lüftungsanlagen entfallen konnten. Neue Bauteile, wie die gestaffelte Glasfassade am Parkhausbestand im Bereich der Kortumstraße, sind geometrisch der Art ausgelegt, dass die geforderte natürliche Belüftung gewährleistet und thermisch unterstützt wird. Technische Gebäudeausrüstungen wie Elektrotechnik und Heizanlagen wurden vollständig rückgebaut, erneuert und entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Elektrostromkreise in Fassadenbereichen  werden im Tagbetrieb des Parkhauses intelligent abgeschaltet, um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.

Aktuelle Projekte | Projektarchiv

Architekten
Archwerk Generalplaner KG
www.archwerk.org

Bauherr
Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum mbH

Foto Seitenkopf (Ausschnitt)
© Archwerk