Rafael S.
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ILEK Chicago Exkursion - Tag 9
Der letzte offizielle Tag der Exkursion diente hauptsächlich dazu, die bis dahin noch nicht erkundeten Gebäude zu besichtigen. Da am Nachmittag ein Besuch des Büros von Helmut Jahn auf der Agenda stand, hörten wir vor den jeweiligen Bauten die Referate zu dem James R. Thompson Center, dem Citigroup Center und dem Xerox Center. Das Thomposon Center gilt als eines der umstrittensten Bauten in Chicago's Bevölkerung und hat auch unter den Studierenden gemischte Gefühle hervorgerufen. Die Form und die Farbe sind schon sehr ungewöhnlich auch wenn das enorm großräumige und sehr hohe Atrium einen besonderen Eindruck hinterlässt. Neben diesen Bauten der Postmoderne wurden unter anderem noch das Sullivan Center, die Marina City, das IBM Building und das Carbide and Carbon mit seiner vergoldeten Spitze Zwischenziele unserer morgendlichen Runde. Leider spielte ausgerechnet am letzten Tag das Wetter nicht mehr so gut mit, sodass wir ziemlich durchnässt waren, als wir uns um zum Bürotermin bei Helmut Jahn einfanden. Da die gesamte Exkursion aber von durchwegs gutem Wetter profitieren konnte, ließ sich dieser eine Regentag verkraften. Bei Helmut Jahn erhielten wir einen Überblick über sämtliche Bauten und Bauvorhaben des 50 Mann großen Büros. Die Anzahl der Mitarbeiter erscheint relativ wenig, wenn man bedenkt welche großen Projekte dort realisiert werden. Als besonderen Abschluss führte uns der Jahn-Mitarbeiter auf die ausgebaute Spitze des 35 East Wacker Drive Gebäudes, welche bereits Al Capone als Partyraum diente und uns nun zum Abschluss einer gelungenen Exkursion ein weiteres Mal eine 360° Aussicht auf Chicago bot. Der Rest des Abends klang bei einem gemeinsamen Barbesuch aus und wurde ansonsten noch mit Packen für den Abflug am nächsten Tag verbracht. Wir möchten uns bei allen Unterstützern unserer Exkursion, darunter natürlich auch dem Bauforum Stahl herzlich bedanken, erst durch Ihre finanzielle Hilfe wurde es möglich den Studierenden ein umfassendes und spannendes Programm zu bieten.

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

Ökobilanzierung

Die Bestrebung, die ökologische Qualität eines Gebäudes messbar zu machen, führte zur Methode der Ökobilanzierung. Hierbei werden die potenziellen Umweltauswirkungen eines Produktes während des Lebenszyklusses ermittelt. Die Ökobilanzierung kann mehreren Zwecken dienen:

Ökobilanzierung von Bauprodukten
Die Ökobilanzierung von Bauprodukten erfolgt in drei Schritten:

Schritt 1: Sachbilanz

In der sogenannten Sachbilanz werden sämtliche Stoff- und Energieströme über den Lebenszyklus des Produktes dargestellt, die in das System eingehen (Input) oder es verlassen (Output). Dies können z.B. Ressourcen, Energie sowie Emissionen in Luft, Wasser und Boden oder Abfälle sein.

Schritt 2: Wirkungsabschätzung

Im nächsten Schritt, der Wirkungsabschätzung, werden die Daten aus der Sachbilanz diversen Umweltwirkungen (Wirkkategorien) zugeordnet. Diese Wirkkategorien sind beispielsweise der Primärenergiebedarf aus erneuerbaren Energien, das Treibhauspotenzial, das Versauerungspotenzial oder das Ozonabbaupotenzial. Die Wirkungsabschätzung erfolgt mittels Computerprogrammen. In ihnen sind zu jedem in der Sachbilanz angegebenen Baustein Informationen zu den jeweiligen Umwelteinwirkung hinterlegt. Der Computer berechnet also aus dem in Schritt 1 erstellten Modell die insgesamt entstehenden Umwelteinwirkungen.

Schritt 3: Sensitivitätsanalyse

Im letzten Schritt, der Sensitivitätsanalyse, werden die der Ökobilanzierung zugrunde liegenden Parameter überprüft. Insbesondere bei der Abschätzung der während einer Nutzung entstehenden Umwelteinflüsse sind viele Parameter gar nicht oder nur vage bekannt, da das Bauwerk selbst nur die Rahmenbedingungen für eine zukünftige Nutzung liefert. Welcher Energiebedarf sich während der Nutzung wirklich einstellen wird, hängt maßgeblich von Art und Umfang der Nutzung ab. Aus diesem Grund können mehrere mögliche Szenarien, beispielsweise eine energieintensive, eine normale und eine energiearme Nutzung getestet werden. Für alle drei Szenarien würde im Rahmen der Sensitivitätsanalyse eine Bilanzierung durchgenommen, anhand derer erkennbar ist, wie groß der Einfluss der Nutzung wirklich ist.
Die Ergebnisse der Ökobilanz werden anschließend beispielsweise in Umwelt-Produktdeklarationen oder der Datenbank Ökobau.dat des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) veröffentlicht.


Vergleich von Ökobilanzen unterschiedlicher Baustoffe
Die Darstellung der ökobilanziellen Werte verführt dazu, Produkte anhand dieser Kennzahlen zu bewerten. Es ist jedoch zu beachten, dass verschiedene Baustoffe nicht allein anhand von massen- oder volumenbezogenen Bilanzierungsdaten verglichen werden können und dürfen. Bisher gibt es keinen geeigneten Ansatz, um Baustoffe allgemeingültig miteinander zu vergleichen. Die Bestimmung des ökologisch besten Baustoffs ist immer nur im Kontext des Gebäudes möglich (siehe unten). Ein direkter Vergleich der Daten aus Umwelt-Produktdeklarationen bzw. der Ökobau.dat ist nur dann möglich und sinnvoll, wenn zwei in Art und Qualität gleichwertige Bauprodukte im Hinblick auf ihre ökologische Qualität eingeschätzt werden sollen.


Ökobilanzierung von Gebäuden
Die Erstellung einer Ökobilanz auf Gebäudeebene erfolgt ebenfalls nach dem oben dargestellten Schema. Grundlage für die Erstellung von Energie- und Stoffbilanzen sind die Kostenplanung und die dem Bauwerk zugrunde liegende Leistungsbeschreibung. Sie stellen genügend detaillierte Konstruktionsangaben und Massenauszüge bereit, um eine Verknüpfung mit den Sachbilanzen der Baustoffe und Bauprozesse erstellen zu können. Für die Nutzung können unter anderem die Angaben aus dem Energieausweis des Gebäudes sowie Herstellerangaben für die eingesetzte Gebäudetechnik genutzt werden.
Für jedes eingesetzte Bauprodukt werden dann die Angaben aus EPDs bzw. – sofern noch keine EPD für ein Produkt vorliegt – aus der Ökobau.dat des BMVBS   herangezogen und es wird eine Gesamtbilanz für das Gebäude erstellt.
Folgende Studien und Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Ökobilanzierung und derm Variantenvergleich von verschiedenen Bauweisen:

Kuhnhenne, M., Döring, B. und Pyschny, D. Ökobilanzierung von Typenhallen, 2010, Aachen

Lange, J., Hubauer, A., Siebers, R. Ökonomie und Ökologie von Bürogebäuden in Stahlbauweise, 2012, Aachen

Siebers, R., Hauke, B., Pyschny, D., Feldmann, M., Kuhnhenne, M. Ecological efficincy of office buildings, 2014, Neapel

Die aachener Studie zur Ökobilanzierung von Typenhallen wird von bauforumstahl in einer Broschüre zusammengefasst und regelmäßi Aktualisiert. mehr
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Ansprechpartner Nachhaltigkeit

Raban Siebers, MSc
Tel. 0211 / 6707-560
Fax 0211 / 6707-829 
raban.siebers(at)bauforumstahl.de

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Nachhaltige Gebäude - Planen, Bauen, Betreiben

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Ökobilanzieller Vergleich von Hallen unterschiedlicher Bauweisen

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