Dipl.-Ing. Volker HĂĽller
Geschäftsführer

gedacht . gebaut . bewohnt . zerstört . verfremdet . restauriert . neu interpretiert
Am 16. Mai startete eine dreitägige Feier zur Eröffnung zweier wieder auferstandener Meisterhäuser in Dessau. Sie komplettieren das Ensemble der Musterhaussiedlung der Meister des Bauhauses. Die Architekten - Bruno Fioretti Marquez - haben eine gelungene Balance zwischen radikaler Abstraktion und kaum erreichbaren totalen Rekonstruktion gefunden (Quelle: baunetz). Beiden Extremen würde dadurch kein erhöhter Zuspruch gewährt und man möchte vermuten, dass diese leisen und schweigend zurückhaltenden Gestalten die versöhnlichste Idee der Neu-Interpretation darstellen. Vermehrt wird geschrieben die neuen 'alten' Meisterhäuser erscheinen gespenstisch und unheimlich. Tatsächlich wirken die Kuben nach außen wie hermetisch abgeriegelt. Die blinden und transluzenten Öffnungen stehen unter dem Leitbild der "Unschärfe" und der Leichtbeton - gegossen in selbstverständlicher Akkuratesse - konturiert die Ungenauigkeit der Historie. Die gebaute Idee wirkt befremdlich aber gleichzeitig auch nachvollziehbar, sie erscheint seelenlos und erzählt doch so viel, sie ist kalt und dennoch unheimlich anziehend.

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Ă–kobilanzierung

Die Bestrebung, die ökologische Qualität eines Gebäudes messbar zu machen, führte zur Methode der Ökobilanzierung. Hierbei werden die potenziellen Umweltauswirkungen eines Produktes während des Lebenszyklusses ermittelt. Die Ökobilanzierung kann mehreren Zwecken dienen: 

Ökobilanzierung von Bauprodukten
Die Ökobilanzierung von Bauprodukten erfolgt in drei Schritten: 
 

Schritt 1: Sachbilanz

In der sogenannten Sachbilanz werden sämtliche Stoff- und Energieströme über den Lebenszyklus des Produktes dargestellt, die in das System eingehen (Input) oder es verlassen (Output). Dies können z.B. Ressourcen, Energie sowie Emissionen in Luft, Wasser und Boden oder Abfälle sein.
 

Schritt 2: Wirkungsabschätzung

Im nächsten Schritt, der Wirkungsabschätzung, werden die Daten aus der Sachbilanz diversen Umweltwirkungen (Wirkkategorien) zugeordnet. Diese Wirkkategorien sind beispielsweise der Primärenergiebedarf aus erneuerbaren Energien, das Treibhauspotenzial, das Versauerungspotenzial oder das Ozonabbaupotenzial. Die Wirkungsabschätzung erfolgt mittels Computerprogrammen. In ihnen sind zu jedem in der Sachbilanz angegebenen Baustein Informationen zu den jeweiligen Umwelteinwirkung hinterlegt. Der Computer berechnet also aus dem in Schritt 1 erstellten Modell die insgesamt entstehenden Umwelteinwirkungen.
 

Schritt 3: Sensitivitätsanalyse

Im letzten Schritt, der Sensitivitätsanalyse, werden die der Ökobilanzierung zugrunde liegenden Parameter überprüft. Insbesondere bei der Abschätzung der während einer Nutzung entstehenden Umwelteinflüsse sind viele Parameter gar nicht oder nur vage bekannt, da das Bauwerk selbst nur die Rahmenbedingungen für eine zukünftige Nutzung liefert. Welcher Energiebedarf sich während der Nutzung wirklich einstellen wird, hängt maßgeblich von Art und Umfang der Nutzung ab. Aus diesem Grund können mehrere mögliche Szenarien, beispielsweise eine energieintensive, eine normale und eine energiearme Nutzung getestet werden. Für alle drei Szenarien würde im Rahmen der Sensitivitätsanalyse eine Bilanzierung durchgenommen, anhand derer erkennbar ist, wie groß der Einfluss der Nutzung wirklich ist. 
 
Die Ergebnisse der Ökobilanz werden anschließend beispielsweise in Umwelt-Produktdeklarationen oder der Datenbank Ökobau.dat des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) veröffentlicht.
 


Vergleich von Ökobilanzen unterschiedlicher Baustoffe
Die Darstellung der ökobilanziellen Werte verführt dazu, Produkte anhand dieser Kennzahlen zu bewerten. Es ist jedoch zu beachten, dass verschiedene Baustoffe nicht allein anhand von massen- oder volumenbezogenen Bilanzierungsdaten verglichen werden können und dürfen. Bisher gibt es keinen geeigneten Ansatz, um Baustoffe allgemeingültig miteinander zu vergleichen. Die Bestimmung des ökologisch besten Baustoffs ist immer nur im Kontext des Gebäudes möglich (siehe unten). Ein direkter Vergleich der Daten aus Umwelt-Produktdeklarationen bzw. der Ökobau.dat ist nur dann möglich und sinnvoll, wenn zwei in Art und Qualität gleichwertige Bauprodukte im Hinblick auf ihre ökologische Qualität eingeschätzt werden sollen.


Ökobilanzierung von Gebäuden
Die Erstellung einer Ökobilanz auf Gebäudeebene erfolgt ebenfalls nach dem oben dargestellten Schema. Grundlage für die Erstellung von Energie- und Stoffbilanzen sind die Kostenplanung und die dem Bauwerk zugrunde liegende Leistungsbeschreibung. Sie stellen genügend detaillierte Konstruktionsangaben und Massenauszüge bereit, um eine Verknüpfung mit den Sachbilanzen der Baustoffe und Bauprozesse erstellen zu können. Für die Nutzung können unter anderem die Angaben aus dem Energieausweis des Gebäudes sowie Herstellerangaben für die eingesetzte Gebäudetechnik genutzt werden.
 
Für jedes eingesetzte Bauprodukt werden dann die Angaben aus EPDs bzw. – sofern noch keine EPD für ein Produkt vorliegt – aus der Ökobau.dat des BMVBS   herangezogen und es wird eine Gesamtbilanz für das Gebäude erstellt. Der bauforumstahl e.V. hat anhand einer einfachen Hallenkonstruktion dargestellt, wie ein derartiger Vergleich auf Gebäudeebene aussehen kann. mehr
 
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Tel. 0211 / 6707-560
Fax 0211 / 6707-829 
raban.siebers(at)bauforumstahl.de

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Kriterien fĂĽr Nachhaltiges Bauen Ă–kobilanzen und
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Erläuterung zur EPD

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Ă–kobilanzieller Vergleich von Hallen unterschiedlicher Bauweisen
Aktualisierung 12.2012
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