Christa Brüster
Presse Deutscher Stahlbautag
Stahlbau Verlag Shop

ILEK Chicago Exkursion - Tag 9
Der letzte offizielle Tag der Exkursion diente hauptsächlich dazu, die bis dahin noch nicht erkundeten Gebäude zu besichtigen. Da am Nachmittag ein Besuch des Büros von Helmut Jahn auf der Agenda stand, hörten wir vor den jeweiligen Bauten die Referate zu dem James R. Thompson Center, dem Citigroup Center und dem Xerox Center. Das Thomposon Center gilt als eines der umstrittensten Bauten in Chicago's Bevölkerung und hat auch unter den Studierenden gemischte Gefühle hervorgerufen. Die Form und die Farbe sind schon sehr ungewöhnlich auch wenn das enorm großräumige und sehr hohe Atrium einen besonderen Eindruck hinterlässt. Neben diesen Bauten der Postmoderne wurden unter anderem noch das Sullivan Center, die Marina City, das IBM Building und das Carbide and Carbon mit seiner vergoldeten Spitze Zwischenziele unserer morgendlichen Runde. Leider spielte ausgerechnet am letzten Tag das Wetter nicht mehr so gut mit, sodass wir ziemlich durchnässt waren, als wir uns um zum Bürotermin bei Helmut Jahn einfanden. Da die gesamte Exkursion aber von durchwegs gutem Wetter profitieren konnte, ließ sich dieser eine Regentag verkraften. Bei Helmut Jahn erhielten wir einen Überblick über sämtliche Bauten und Bauvorhaben des 50 Mann großen Büros. Die Anzahl der Mitarbeiter erscheint relativ wenig, wenn man bedenkt welche großen Projekte dort realisiert werden. Als besonderen Abschluss führte uns der Jahn-Mitarbeiter auf die ausgebaute Spitze des 35 East Wacker Drive Gebäudes, welche bereits Al Capone als Partyraum diente und uns nun zum Abschluss einer gelungenen Exkursion ein weiteres Mal eine 360° Aussicht auf Chicago bot. Der Rest des Abends klang bei einem gemeinsamen Barbesuch aus und wurde ansonsten noch mit Packen für den Abflug am nächsten Tag verbracht. Wir möchten uns bei allen Unterstützern unserer Exkursion, darunter natürlich auch dem Bauforum Stahl herzlich bedanken, erst durch Ihre finanzielle Hilfe wurde es möglich den Studierenden ein umfassendes und spannendes Programm zu bieten.

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

Schwarz, weiß, transparent: „Glück Auf“ Schwimmhalle Zwickau

Bericht von BAUCONZEPT® PLANUNGSGESELLSCHAFT:

Mit der neuen „Glück Auf“ Schwimmhalle in Zwickau, am Standort des ehemaligen Berufsschulzentrums im Stadtteil Schedewitz, entstand eine wettkampfgerechte Sportstätte für den Schwimm- und Wasserballsport sowie das Synchronschwimmen.

Die damalige abgebrochene Schule wies beträchtliche Schäden infolge einer Schiefstellung auf. Ursache hierfür waren die im Zwickauer Raum auftretenden Grundwasserschwankungen resultierend aus bergbaulichen Tätigkeiten. Aus diesem Grunde wurden auch für den Neubau besondere Gründungsmaßnahmen erforderlich (wie zum Beispiel Pfähle und ein Austausch der Böden). Die Generalplanung für diese neue moderne Schwimmhalle übernahm die Bauconzept® Planungsgesellschaft mbH.

© Thomas Schlegel, Lunzenau


Nach einer zweijährigen Bauzeit wurde der Ersatz für das alte Hallenbad in der Zwickauer Flurstraße am 22. Juni 2013 eröffnet. Zur Namensfindung der Halle war die Zwickauer Bevölkerung aufgerufen, die sich mit 79 verschiedenen Namensvorschlägen beteiligte. Da Zwickau als traditionsreiche Bergbau- und Industriestadt gilt, heißt der Schriftzug „Glück Auf“ die Gäste mit dem weitverbreiteten Gruß der Bergleute herzlich willkommen.

Schwimmen lernen, trainieren und Wettkämpfe bestreiten – das alles finden die Sportlerinnen und Sportler nun unter einem Dach. Somit bietet die neue Schwimmhalle ideale Bedingungen für Schwimmvereine, den Schulsport sowie auch Hobbysportler.

Neben dem Wettkampfbecken und einem Nichtschwimmerbecken entstanden ein zusätzlicher Kursraum für Fitness oder Schulungen sowie ein Konferenzraum im Obergeschoss mit einem guten Überblick in die große Badehalle.

Alle Bereiche des Erdgeschosses sind behindertengerecht und barrierefrei erreichbar.

Der Entwurf des neuen städtischen Schwimmbads „Glück Auf“ in Zwickau folgt der Metapher des Bergbaus. Den Kontrast zum Funktionsbereich mit seinem schwarzen liegenden Baukörper bildet der weiße Schwimmhallenbereich mit seinem Wellenmuster.

So charakterisiert den Funktionsriegel ein langformatiker Klinker, der die Sanitärräume beherbergt.

Die Konsequenz des Entwurfs liegt in dem aus der Bedeutung heraus entwickelten Symbol: Der „Hammerkopf“ ist ein zweigeschossiger abgeschrägter Würfel mit verglastem Sockel, über den die Gäste Zugang zu dem Foyer erhalten. Dieses begrüßt und verabschiedet die Gäste mit einem hellen freundlichen Kassenbereich mit angrenzendem Aufenthaltsraum. Aus dem „Kopf“ des Bades wächst der liegende Block – ein langes Stück Steinkohle, ein flaches Brikett, dessen Räume vor Blicken von außen geschützt sind. Auch der Name des Bades greift mit dem deutschen Bergmannsgruß „Glück Auf“ das äußere Erscheinungsbild mit dem Thema des Kohleflözes auf.

'Glück Auf' Schwimmhalle Zwickau

Aus der Planung

zur Bildgalerie

BAUCONZEPT®


Schwimmhalle
Bei der komplett unterkellerten Schwimmhalle besteht die Tragwerkskonstruktion der Wände und Decken aus Stahlbeton. Einen baufähigen Traggrund zu schaffen, stellte eine anspruchsvolle Aufgabe dar, da es dem Grund- und Muldenwasser standhalten können muss. Deshalb ist das gesamte Kellergeschoss kennzeichnet durch einen wasserundurchlässigen Beton (WU-Beton). Geschweißte Stahlfachwerkbinder mit Dachtragschalen aus Trapezblechprofilen kennzeichnen die Dachtragkonstruktion.

Funktionsanbau
Bei dem dagegen teilunterkellerten Funktionsanbau besteht die Tragkonstruktion aus Stahlbeton in Kombination mit Mauerwerkswänden. Die Dachkonstruktion der kleinen Halle ist analog zu der Großen (geschweißte Stahlfachwerkbinder mit Dachtragschalen aus Trapezblechprofilen) und die des Umkleidebereichs sowie Obergeschosses aus Stahlbeton.

Gründung
Aufgeweichte, nicht tragfähige Schichten waren kein geeigneter Baugrund und wurden durch Magerbeton bzw. geeignetes Polstermaterial ausgetauscht. Eine elastisch gebettete Bodenplatten aus wasserundurchlässigem Stahlbeton C30/37 auf einer Sauberkeitsschicht diente als Gründung.

Die vorhandene Hallenkonstruktion reagiert besonders empfindlich auf unterschiedliche Setzungen. Im südlichen nicht unterkellerten Bereich des Gebäudes, wo eine konzentrierte Lasteintragung auftritt, kam eine Pfahlgründung zum Einsatz.

Eine weitere Zielstellung war das Gebäude vor schwach betonangreifendem Grundwasser zu schützen. Als Auftriebssicherung kragt die Bodenplatte umlaufend über die Außenwände über.

In Deutschland existieren die Erbebenzonen 0-3 und Zwickau ist in die Zone 1 einzuordnen. Die Schwimmhalle ist nach dieser Norm in die Bedeutungskategorie III einzustufen. Im Rahmen der Genehmigungsplanung wurde daher ein Nachweis der Gesamtgebäudestabilität mit der Berücksichtigung der Kräfte aus Erdbebenwirkung geführt.


Halle
Die Dachkonstruktion der Halle wird durch feuerverzinkte Stahlfachwerkbinder, Stahlgüte S235 JR gebildet.

Die Binder, bestehend aus Obergurt, Untergurt und Diagonalen aus offenen Doppel-T Profilen, besitzen eine Höhe von 1,82 m und eine Spannweite von 31,20 m. Im Abstand von 5 m sind die Fachwerkbinder an den Obergurten aufgelagert und liegen auf Stahlbetonwänden auf.

Die Dachschalen bestehen aus Akustik-Trapezprofilblechen mit bis zu 15 m Länge. Die Ertüchtigung der Dachebene zu einer Scheibe bewirken Koppel- und Diagonalverbände, welche zug- und druckfest ausgebildet sind.

In Zusammenwirkung von Dachscheibe mit Stahlbetonwände erreicht das Gebäude die gewünschte Gesamtstabilität.

Becken und Badeplatte
Das Herzstück der Anlage bildet das wettkampfgerechte 50-Meter-Schwimmbecken aus Edelstahl mit seinen acht möglichen Bahnen und verfahrbarer Startbrücke in einer großen lichtdurchfluteten Halle. Die 21 Meter lange und zwei Meter breite Startbrücke aus einer Edelstahlkonstruktion bewegt sich auf einem 33 Meter langen Fahrbereich entlang des Schwimmbeckens.

Blickfang dieser weitläufigen Schwimmhalle stellt eine Drei-Meter-Plattform mit eigens entwickeltem Design dar.

Aktuelle Projekte | Projektarchiv

Architektur, Tragwerksplanung und Brandschutz
BAUCONZEPT® PLANUNGSGESELLSCHAFT MBH | Bachgasse 2 | D-09350 Lichtenstein
www.bauconzept.com

Bauherr
GGZ Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau mbH

Edelstahlbecken
hinke schwimmbad deutschland GmbH
www.hsb.eu

Foto Seitenkopf (Ausschnitt)
© Thomas Schlegel, Lunzenau


 Glück Auf Schwimmhalle-Zwickau