Büro Nordost
Forschungsprojekte: Sicherheitskonzept zur Brandschutzbemessung
Erprobung und Validierung im Stahl- und Stahlverbundbau
Forschungsanlass
Die überarbeiteten EN-Fassungen der Eurocodes sind veröffentlicht. Für ihre bauaufsichtliche Einführung werden zurzeit die Nationalen Anhänge, die die Anwendung der Regelwerke länderspezifisch regelt, erstellt. Die weitaus größte Herausforderung liegt beim Anhang zu Eurocode 1 - Einwirkungen im Brandfall. Hier muss es gelingen, ein angemessenes und für die Gesellschaft akzeptables Sicherheitskonzept zu etablieren, das eine Brücke zwischen den bestehenden bauaufsichtlichen Regelungen und den ingenieurmäßigen Bemessungsmethoden der Eurocodes bildet. Nur so können brandschutztechnische Nachweismethoden, die Naturbrandszenarien berücksichtigen, Eingang in das normale Genehmigungsverfahren finden.
Forschungsziel
Ziel des Forschungsvorhabens ist die exemplarische Anwendung des neuen, von Prof. Hosser vorgeschlagenen brandschutztechnischen Sicherheitskonzeptes auf Stahl- und Verbundkonstruktionen. Die Ergebnisse sollen im Vergleich zu bestehenden Verfahren bewertet werden. Darüber hinaus sollen für die Baupraxis Softwaretools entwickelt werden, die eine leichte Umsetzung im Bemessungsalltag ermöglichen. Dabei wird gleichzeitig auch die praktische Umsetzbarkeit des Sicherheitskonzeptes überprüft. Das neue Sicherheitskonzept soll zur Bemessung von Bauteilen im Brandfall dienen und von planenden Ingenieuren genutzt werden können. Die gegenwärtig erforderliche Zustimmung der Bauaufsicht bei der Anwendung von Naturbrandkurven oder der Berücksichtigung von brandschutztechnischer Infrastruktur soll dadurch wesentlich vereinfacht werden.
Das beantragte Forschungsvorhaben soll die Weiterentwicklung des modernen, schutzzielorientierten Brandschutzingenieurwesens unterstützen. Die wirtschaftliche, den Sicherheitsbedürfnissen angepasste, brandschutztechnische Bemessung von Tragstrukturen im Stahl- und Stahlverbundbau soll deutlich verbessert werden.
Forschungsstellen
Forschungsstelle 1:
Leibniz Universität Hannover
Institut für Stahlbau
Prof. Dr.-Ing. P. Schaumann
Appelstraße 9a
30167 Hannover
Tel.: 0511/762-3781
Forschungsstelle 2:
Technische Universität Braunschweig
Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz
Prof. Dr.-Ing. D. Hosser
Beethovenstraße 52
38106 Braunschweig
Tel.: 0531/391-5590



